Die Heilpädagogische Tagesstätte

Unsere heilpädagogische Tagesstätte ist in den Alltag integriert. Die Gruppen der Tagesstätte entsprechen weitestgehend der Klassenzusammensetzung. Die Kinder und Jugendlichen werden in denselben Räumen und zum größten Teil auch von den gleichen Mitarbeiter:innen betreut. So wird der vertraute Rahmen für die Kinder und Jugendlichen bewahrt.
Wir bieten den Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie sich entfalten und entwickeln können. Wir sind davon überzeugt, dass jedes Kind/jeder Jugendliche einzigartig ist und das Potenzial in sich trägt, sich zu entfalten. Durch eine liebevolle und respektvolle Begleitung unterstützen wir die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Kindes. Unsere pädagogischen Angebote sind so gestaltet, dass sie die Entwicklung der sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzen fördern.
In unserer Tagesstätte bieten wir ein vielfältiges Programm, das kreative, musische und handwerkliche Aktivitäten umfasst. Durch Spiel, Kunst und Bewegung schaffen wir eine anregende Umgebung, in der die Kinder und Jugendlichen ihre Talente entdecken und Selbstvertrauen aufbauen können. Außerdem steht ein großer Garten mit Sandkästen, Schaukelanlage, Seilbahn, Klettergerüst und Fußballwiese zur Verfügung.
Unsere Küche kocht täglich eine vollwertige Mahlzeit, die die Kinder und Jugendlichen in den Gruppenräumen, in ruhiger Atmosphäre, einnehmen. Hierbei werden Lebensmittel aus biologisch-dynamischem oder kontrolliert biologischem Anbau verwendet und zubereitet.
Unser engagiertes Team besteht aus erfahrenen Pädagog:innen und Mitarbeiter:innen im Fachdienst, die mit viel Einfühlungsvermögen und Fachwissen arbeiten. Wir fördern eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, um gemeinsam die bestmögliche Unterstützung für jedes Kind zu gewährleisten. In unserer Tagesstätte erleben die Kinder nicht nur Bildung und Förderung, sondern auch Gemeinschaft und Freundschaft. Wir schaffen ein Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen und sich gegenseitig unterstützen. Gemeinsam feiern wir Erfolge und lernen, Herausforderungen zu meistern.

Gruppenangebote

An den Nachmittagen stehen vor allem praktisch-handwerkliche Tätigkeiten im Vordergrund. Die pädagogischen Inhalte orientieren sich am Lebensalter der Kinder. Ebenso ist Raum für das soziale Lernen und für Ausflüge, um den Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Je nach Alter und Leistungsvermögen gibt es einige gruppenübergreifende Aktivitäten wie Schwimmen oder extern betreutes Klettern.

Kinder und Jugendliche mit schweren körperlichen bzw. geistigen Beeinträchtigungen erhalten ein- bis zweimal täglich in Kleingruppen Angebote, wie z.B. Musik, Kommunikationsförderung, Sinnespflege oder Wahrnehmungsübungen.

Heilpädagogische Einzelförderung

Der Fachdienst “Heilpädagogische Einzelförderung” hat das Ziel, Kinder und Jugendliche mit besonderen
Entwicklungsbedarfen individuell zu unterstützen und ihre persönlichen, lebenspraktischen, sozialen und
kognitiven Kompetenzen zu fördern. Die Einzelförderung orientiert sich an den spezifischen Bedürfnissen
der Kinder und Jugendlichen und erfolgt in einem geschützten Rahmen, um optimale
Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Dabei steht die Entwicklung der Persönlichkeit im Mittelpunkt, unter
Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Herausforderungen jedes Einzelnen. Ziel ist
es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, ihre Lebensqualität zu erhöhen
und sie in ihrer sozialen, lebenspraktischen, kognitiven, motorischen und emotionalen Entwicklung zu
stärken. Die heilpädagogische Einzelförderung basiert auf einem respektvollen, wertschätzenden Umgang
mit den Kindern und Jugendlichen. Sie richtet sich nach deren jeweiligen Entwicklungsstand und orientiert
sich an ihren Ressourcen, Interessen und Fähigkeiten. In einem sicheren und förderlichen Umfeld sollen die
Kinder und Jugendlichen ihre Stärken erkennen und weiterentwickeln. Durch gezielte Angebote und
Interventionen wird ihre Selbstwahrnehmung sowie ihre Fähigkeit zur Kommunikation, Interaktion und
Konfliktbewältigung gefördert. Die Förderung umfasst sowohl die Unterstützung in den Bereichen der
praktischen Alltagsbewältigung als auch die gezielte Schulung von sozialen und emotionalen Kompetenzen.
Dabei wird besonders auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, den Gruppenleitungen und den
anderen beteiligten Fachkräften aus dem interdisziplinären Team geachtet, um eine ganzheitliche
Unterstützung und Integration in das Umfeld der Tagesstätte zu gewährleisten.
Ziel der heilpädagogischen Einzelförderung ist es, den Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, ihre
Potenziale zu entfalten und ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Dabei wird stets eine positive
und vertrauensvolle Beziehungsgestaltung angestrebt, die Sicherheit und das Vertrauen schafft, um die
persönliche Entwicklung in einem förderlichen Rahmen zu unterstützen. Dabei spielen lebenspraktische
Tätigkeiten/Fähigkeiten (wie z.B. Mobilitätstraining, Ernährung und Hygiene, Freizeitgestaltung),
Kulturtechniken, Sensomotorische Einzelförderung, Lebensplanung, Erfahren einer Selbstwirksamkeit oder
Konfliktmanagement, eine wichtige Rolle für die Förderung der ganzheitlichen Wahrnehmung und
Entwicklung.

Die Fachdienste

Kunsttherapie
Der Fachdienst “Kunsttherapie” hat das Ziel, durch die kreative Arbeit mit künstlerischen Medien die
emotionale, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen.
Kunsttherapie bietet einen non-verbalen Zugang zur inneren Welt der Kinder und fördert die Verarbeitung
von Erfahrungen sowie die Stärkung der Persönlichkeit. Gleichzeitig werden durch die Arbeit mit
verschiedenen Materialien und Techniken viele Bereiche der taktilen Wahrnehmung angeregt bzw.
geschult, sowie die Feinmotorik und die Auge-Hand-Koordination. Das plastische Gestalten mit Materialien
wie Ton oder Stein bietet Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, ihre Sinne
und motorischen Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken. Durch das Formen und Bearbeiten dieser
Materialien wird das taktile und kinästhetische Empfinden angeregt, was besonders bei Kindern mit
Wahrnehmungsstörungen oder motorischen Beeinträchtigungen von Vorteil ist. Das Modellieren von Ton
beispielsweise erlaubt es den Kindern, durch das direkte Erleben von Form und Masse ein Verständnis für
dreidimensionale Strukturen zu entwickeln. Diese Tätigkeit fördert nicht nur die Feinmotorik, sondern auch
die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstbewusstsein, da die Kinder direkt erleben, wie sie durch ihre
Hände etwas Neues schaffen können. Die Arbeit mit Ton bietet ein breites Spektrum an
Ausdrucksmöglichkeiten, vom abstrakten Formen, über figurale Gestaltung bis hin zur Produktion
alltäglicher Gebrauchsgegenstände. Der Prozess der Entstehung und Gestaltung, auch mit allen eventuellen
Unwegbarkeiten, wird hier physisch erlebbar und nachvollziehbar. (Modellieren, Trocknen, Brennen im
Brennofen, Bemalen, ggf. zweites Brennen). Das Malen mit verschiedenen Farben und Techniken ist für
Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung eine besonders ausdrucksstarke Möglichkeit der
Förderung. Das Erleben und Gestalten von Farben regt nicht nur die visuellen Sinne an, sondern beeinflusst
auch emotionale und physiologische Prozesse. In der Kunsttherapie für Kinder mit geistiger Behinderung
wird oft ein besonderer Schwerpunkt auf das freie Experimentieren mit Farben gelegt. Dies ermöglicht den
Kindern, ihre Emotionen auszudrücken, ohne auf verbale Kommunikation angewiesen zu sein. Das Malen
fördert die Selbstwahrnehmung und unterstützt die Entwicklung einer eigenständigen Ausdrucksweise.
Darüber hinaus kann der Einsatz verschiedener Malwerkzeuge – wie Pinsel, Schwämme oder Finger – die
sensorische Integration fördern, indem er unterschiedliche taktile Reize bietet. Durch das gezielte Erleben
und Gestalten von Farbqualitäten werden die Kinder dazu ermutigt, ihre individuellen Bedürfnisse und
inneren Prozesse auf eine kreative Weise zu artikulieren. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein und hilft ihnen,
sich selbst und ihre Umwelt besser zu verstehen und zu verarbeiten.


Musiktherapie
Die anthroposophische Musiktherapie für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung ist eine
Therapieform, die auf den Grundsätzen der Anthroposophie von Rudolf Steiner basiert. Sie verwendet
Musik gezielt, um die individuelle Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern mit verschiedenen
Beeinträchtigungen zu fördern. Die Therapie wird individuell auf das Kind abgestimmt, um dessen spezielle
Bedürfnisse, Ressourcen und Entwicklungspotential zu berücksichtigen. Sie betrachtet das Kind in seiner
Gesamtheit – physisch, emotional, mental und spirituell – und zielt darauf ab, alle diese Bereiche zu
harmonisieren. Es werden verschiedene Instrumente wie Leiern, Flöten oder Trommeln verwendet, die
eine beruhigende oder anregende Wirkung haben können. Unterschiedliche Rhythmen und Melodien
unterstützen die Entwicklung von Motorik, Sprache und sozialer Interaktion.
Musik kann helfen, emotionale Spannungen abzubauen und ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zu
vermitteln. Durch das Musizieren kann die Fähigkeit des Kindes, sich zu konzentrieren und aufmerksam zu
bleiben, verbessert werden.
Der Einsatz von Liedern und rhythmischen Übungen unterstützt ebenso die Sprachentwicklung und die
Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeiten werden verbessert. Musik bietet auch eine nonverbale
Ausdrucksform, die besonders für Kinder hilfreich ist, die Schwierigkeiten mit der verbalen Kommunikation
haben.
Im Gruppensetting können Kinder lernen, im sozialen Kontext zu interagieren, auf andere zu hören und sich
in einer Gruppe auszudrücken. Gemeinsames Musizieren fördert das Gefühl der Zugehörigkeit und die
soziale Integration.
Im Bereich der Körperwahrnehmung kann Musiktherapie das Körperbewusstsein und die Koordination
fördern, was besonders bei motorischen Beeinträchtigungen hilfreich ist.
Durch Erfolgserlebnisse im musikalischen Ausdruck kann das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen
gestärkt werden.
Insgesamt zielt die anthroposophische Musiktherapie darauf ab, die eigenen Kräfte und Ressourcen des
Kindes zu unterstützen und dessen Lebensqualität durch musikalische und künstlerische Mittel zu
verbessern.


Heileurythmie
Die Heileurythmie ist eine spezielle Form der Bewegungstherapie, die aus der anthroposophischen Medizin
hervorgeht und von Rudolf Steiner entwickelt wurde. Die Heileurythmie verfolgt einen ganzheitlichen
Ansatz und zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen körperlichen, seelischen und geistigen Aspekten der
Kinder und Jugendlichen herzustellen. Durch die spezifischen Bewegungen soll der Organismus zur
Selbstregulation angeregt werden. Die Bewegungs-Übungen werden individuell auf die Bedürfnisse und
Fähigkeiten des Kindes abgestimmt, um gezielt bestimmte Entwicklungsbereiche zu fördern.
Die sanften, rhythmischen Bewegungen helfen, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern, ebenso die
Bewegungskoordination, und helfen, ein besseres Gefühl für ihren eigenen Körper und dessen Bewegungen
zu entwickeln. Unterschiedliche Übungen stärken sowohl die Feinmotorik (z.B. Handbewegungen) als auch
die Grobmotorik (z.B. Gehen, Stehen). Durch die rhythmischen Bewegungen wird das sogenannte
rhythmische System des Körpers, das Herz und Atmung umfasst, harmonisiert.
In der Heileurythmie werden Sprachübungen mit Bewegungen kombiniert, was die Sprachentwicklung
fördert und die Kommunikation verbessert. So können auch bei Kindern und Jugendlichen mit
Sprachbeeinträchtigungen bestimmte Lautbewegungen helfen, die Sprachfähigkeit zu verbessern.
Im Sinnesbereich werden besonders der Hör- und Tastsinn angesprochen.
Im Bereich der emotionalen und psychischen Stabilität wirken die rhythmischen Bewegungen beim
Stressabbau und fördern die Entspannung, sie wirken beruhigend und helfen, innere Spannungen
abzubauen. Durch die bewusste Steuerung der Bewegungen, das Wiederholen von Formen und
Bewegungsabläufen, wird auch das Selbstbewusstsein gestärkt und die Kinder und Jugendlichen erleben
Erfolgserlebnisse. In kleinen Gruppensituationen lernen die Kinder, aufeinander zu achten und gemeinsam
Bewegungen auszuführen, die sozialen Fähigkeiten und das Gemeinschaftsgefühl werden gestärkt, die
Kinder und Jugendlichen werden angeregt, sich in die Gruppe einzufügen und soziale Bindungen
aufzubauen.
Insgesamt dient die Heileurythmie dazu, die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung ganzheitlich zu
unterstützen und ihre Lebensqualität durch gezielte Bewegungsübungen zu verbessern.


Bothmer-Gymnastik und Bewegungsförderung
Der Fachdienst “Bothmer-Gymnastik und Bewegungsförderung” hat das Ziel, durch gezielte
Bewegungsübungen die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu
fördern. Die Bothmer-Gymnastik wurde in den 20er Jahren von Fritz Graf von Bothmer, als Grundlage für
den Sport- und Turnunterricht an der Waldorfschule in Stuttgart entwickelt. Aus dem reichen
Bewegungsgeschehen der Kinder und Jugendlichen hat Bothmer altersspezifische Bewegungsgesetze
herausgearbeitet und in einer Reihe gymnastischer Übungen zusammengefasst. Die Bothmer-Gymnastik
begleitet das heranwachsende Kind durch klar zu unterscheidende, räumliche Entwicklungsstadien, die zur
Ergreifung und Beherrschung des eigenen Körpers führen und zum Erleben der unterschiedlichen
Qualitäten jeder Raumesdimension. Bothmer-Gymnastik als Bewegungs-pädagogik stärkt das
Körperbewusstsein, die Koordination und die räumliche Wahrnehmung und unterstützt die gesunde
Entwicklung von Haltung und Bewegung. Gleichzeitig werden die Selbstwahrnehmung und das
Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen gestärkt.


Sprachgestaltung
Die anthroposophische Sprachgestaltung ist eine therapeutische Methode, die auf den Grundsätzen der
Anthroposophie von Rudolf Steiner basiert. Sie wird eingesetzt, um die sprachliche Entwicklung von
Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung zu fördern:

1. Förderung der Sprachentwicklung
• Verbesserung der Artikulation: Durch gezielte Übungen werden Lautbildung und Artikulation
gefördert, was besonders bei Kindern mit Schwierigkeiten in der Aussprache hilfreich ist
• Erweiterung des Wortschatzes: Die Kinder und Jugendlichen lernen, ihren Wortschatz zu
erweitern und sich differenzierter auszudrücken.

2. Rhythmus und Melodie der Sprache
• Einsatz von Sprachrhythmus: Die Sprachgestaltung nutzt rhythmische und melodische Elemente
der Sprache, um das Gefühl für Sprachrhythmen zu stärken, was die Sprachmotorik unterstützt.
• Betonung von Sprachmelodie: Die melodischen Aspekte der Sprache helfen, die
Sprachintentionen und -emotionen besser auszudrücken und zu verstehen.

3. Förderung der Atemtechnik
• Atembewusstsein: Die Kindern lernen, ihren Atem bewusster wahrzunehmen und zu
kontrollieren, was eine Grundlage für eine klare und kräftige Stimme ist.
• Verbindung von Atem und Sprache: Übungen zur Atemführung verbessern die Atemkontrolle
und fördern eine flüssigere Sprachproduktion.

4. Stärkung der Ausdrucksfähigkeit
• Emotionale Ausdruckskraft: Durch die gezielte Arbeit mit Sprache können die Kindern lernen, ihre
Gefühle besser zu artikulieren und auszudrücken.
• Verbesserung der nonverbalen Kommunikation: Die Sprachgestaltung schließt auch Gestik und
Mimik mit ein, was die Gesamtausdruckskraft stärkt.

5. Förderung der Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstheit
• Bewusstsein für die eigene Stimme: Die Kinder werden sich ihrer Stimme als Ausdruck ihres Ichs
bewusst, was das Selbstbewusstsein stärkt.
• Selbstsicherheit im Sprechen: Durch das Üben und die bewusste Gestaltung der Sprache
gewinnen die Kinder mehr Sicherheit im sprachlichen Ausdruck.

6. Verbesserung der sozialen Interaktion
• Kommunikationsfähigkeit in der Gruppe: In Gruppenübungen wird das Hören auf andere und das
eigenen Einfügen in eine sprachliche Gemeinschaft geübt.
• Förderung von Dialogfähigkeit: Durch Rollenspiele und dialogische Übungen wird die Fähigkeit zu
sozialer Interaktion und zum Dialog gestärkt.

7. Therapeutische Texte und Gedichte
• Verwendung spezifischer Texte: Gedichte, Märchen, und speziell ausgewählte Texte mit
rhythmischen und melodischen Elementen unterstützen die sprachliche und emotionale
Entwicklung
• Wirkung von Sprachbildern: Die in der Sprachgestaltung verwendeten Bilder und Metaphern
regen die Vorstellungskraft an und fördern die kognitive Entwicklung.

8. Emotionale und seelische Unterstützung
• Lösung innerer Spannungen: Die Arbeit mit Sprache kann helfen, innere Spannungen zu lösen
und emotionale Blockaden abzubauen.
• Harmonie von Körper, Seele und Geist: Durch die bewusste Arbeit an der Sprache wird eine
Harmonie zwischen den körperlichen und seelischen Ebenen angestrebt, was zu einem besseren
allgemeinen Wohlbefinden führen kann.


Textilarbeit und textiles Gestalten
Der Fachdienst “Textilarbeit und textiles Gestalten” zielt darauf ab, durch handwerkliche und kreative
Arbeiten mit textilen Materialien die motorischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten von Kindern und
Jugendlichen zu fördern. Die Auseinandersetzung mit textilen Techniken stärkt zudem die Konzentration,
Ausdauer und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden. Es gibt eine ganze Reihe an unterschiedlichen
Techniken und Materialien, die man, je nach Bedarf und Förderziel, einsetzen kann. Bei den Arbeiten mit
Wolle können Kinder und Jugendliche lernen, wie man Wolle kardiert und filzt. Das Kardieren, bei dem die
Fasern der Wolle aufgelockert und sortiert werden, ist eine vorbereitende Arbeit, die Geduld erfordert. Das
Filzen hingegen, ob nun nass oder trocken, ermöglicht es, schnell greifbare Ergebnisse zu erzielen und
fördert die Kreativität. Auch taktile Erlebnisse sind bei diesem Material für viele Kinder und Jugendliche
wichtig. Das Spinnen am Spinnrad erfordert eine gute Auge-Hand-Koordination und stärkt die Feinmotorik.
Während des Spinnens erfahren die Kinder und Jugendlichen die beruhigende Wirkung der gleichmäßigen
Bewegungen, das besondere Gefühl beim Anschubsen des Schwungrades, und können sich auf den Prozess
einlassen, was die Konzentrationsfähigkeit verbessert. Das Weben ist eine rhythmische Tätigkeit, die zur
Ruhe kommen lässt. Durch die regelmäßige Bewegung beim Schuss, Anschlagen, Fachwechsel und wieder
Anschlagen entsteht eine beruhigende Routine. Gleichzeitig erlebt man den Fortschritt seiner Arbeit
unmittelbar, was das Gefühl der Selbstwirksamkeit stärkt und motiviert. Die einfache Technik des
Fingerhäkelns ist besonders für jüngere Kinder geeignet, da sie ohne zusätzliche Werkzeuge auskommt und
trotzdem die Fingerfertigkeit fördert. Fingerhäkeln kann schnell erlernt werden und bietet sofortige
Erfolgserlebnisse. Der Umgang mit Nadel und Faden schult die Feinmotorik und Geduld der Kinder.
Fortgeschrittenere können auch den Umgang mit der Nähmaschine erlernen, was anspruchsvollere
Projekte ermöglicht. Das Nähen fördert die Fähigkeit, präzise zu arbeiten und schult gleichzeitig die
räumliche Vorstellungskraft und das Verständnis für technische Abläufe. Ein besonders motivierender
Aspekt ist die Möglichkeit, die fertigen Werkstücke vor den Kameraden oder den Eltern zu präsentieren.
Diese Präsentationen fördern das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz der Teilnehmenden, da sie
lernen, stolz auf ihre Arbeit zu sein und ihre Ergebnisse mit anderen zu teilen.


Psychologischer Fachdienst
Der “Psychologische Fachdienst” hat das Ziel, Kinder und Jugendliche in ihrer emotionalen, sozialen und
kognitiven Entwicklung zu unterstützen und begleiten. Dabei werden psychologische Diagnostik, Beratung
und gezielte Interventionen eingesetzt, um Entwicklungshemmnisse abzubauen und das Wohlbefinden der
Kinder und Jugendlichen im Sinne der Salutogenese zu fördern.

1. Diagnostik:
• Durchführung psychologischer Diagnostik zur Erfassung kognitiver, emotionaler und sozialer
Entwicklungsstände sowie zur Identifikation von Auffälligkeiten oder Störungen.
• Durchführung der IQ-Diagnostik mit den gängigen diagnostischen Instrumenten nach DGPs.
• Erstellung differenzierter Förder- und Behandlungspläne basierend auf den diagnostischen
Ergebnissen im Vergleich zur Altersnorm.

2. Beratung, Intervention und Behandlung:
• Einzel- und Gruppengespräche mit Kindern und Jugendlichen zur Förderung ihrer psychischen
Gesundheit und sozialen Kompetenzen.
• Beratung von Eltern, Erziehungsberechtigten und der pädagogischen Fachkräfte zu
Erziehungsfragen, Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und Fördermöglichkeiten.
• Gezielter Einsatz psychologischer Methoden und Interventionen zur Unterstützung der Kinder
und Verbesserung der Verhaltensregulation.

3. Prävention und Krisenintervention:
• Teilnahme an interdisziplinären Teamsitzungen des „Präventionkreises“ (mit HPT-Leitung,
Schulleitung, Schulärztin).
• Entwicklung und Durchführung präventiver Maßnahmen zur Förderung der psychischen
Gesundheit, insbesondere die Entwicklung, Fortschreibung und Aktualisierung des Präventions-
und Gewaltschutzkonzeptes.
• Gemeinsam mit einer aus dem Kollegium gewählten Kollegin die Verantwortung für die
Vertrauens- und Beschwerdestelle; aktive Vorstellung der Vertrauens- und Beschwerdestelle bei
den Kindern und Jugendlichen und im Kollegium; Fort- und Weiterbildung des Kollegiums im
Rahmen der Konferenzarbeit zur Gewaltprävention.
• Sensibilisierung verschiedener, einrichtungsnaher Akteure für Themen der Gewaltprävention wie
Praktikanten und Busfahrer.
• Stärkung der Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Einrichtung im Rahmen von
Maßnahmen in Kooperation mit dem Eltern-Lehrer-Rat in Bezug auf Gewaltprävention.
• Unterstützung in akuten Krisensituationen, wie bei Konflikten, Trauerbewältigung oder Mobbing,
durch sofortige Intervention und Betreuung.

4. Dokumentation und Evaluation:
• Dokumentation der diagnostischen Ergebnisse, Therapieverläufe und Fortschritte der Kinder und
Jugendlichen.
• Regelmäßige Evaluation der Maßnahmen und Anpassung der Behandlungsansätze an die
individuellen Bedürfnisse.
• Erstellung von Berichten und Gutachten für Eltern und andere beteiligte Institutionen.

5. Anforderungen an die Fachkraft:
• Abgeschlossenes Studium in Psychologie mit einer Vertiefung in Kinder- und Jugendpsychologie
oder eine vergleichbare Qualifikation.
• Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Entwicklungsstörungen, emotionalen und
sozialen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen.
• Empathie, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit zur ressourcenorientierten Arbeit mit
Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen.
• Kompetenz zur interdisziplinären Zusammenarbeit und zur eigenverantwortlichen Organisation
der psychologischen Betreuung.
• Offenheit für Ansätze der anthroposophischen Heilpädagogik